WIR FEIERN BAYERN / Uhren und Schmuck Servatius
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Audiofile zu Uhren und Schmuck Servatius

Was fürs Auge

Beim Blick ins Schaufenster glitzert und glänzt es in vielen Ecken: Doch viele Schätze sind bei „Uhren & Schmuck Servatius“ auch in der Werkstatt versteckt. Das eigentliche, das filigrane Handwerk des Familienbetriebs, in dem heute zwei Generationen zusammenarbeiten, findet hinter den Kulissen statt. Fein säuberlich in kleinsten Schubkästen sind Ersatzteile für Uhren aller Art aufbewahrt, Lupen, Poliergeräte, Pinzetten finden sich an den liebevoll eingerichteten Arbeitsplätzen, aber auch kleinste Maschinen mit digitaler Technik, Polier- und Gravurgeräte für Schmuck. Im Hintergrund ist ein Konzert vom Tick-Tack und Klick-Klack der Uhren zu hören, die an der Wand auf die Abholung durch ihre Besitzer warten. 2018 werden es 40 Jahre seit Gründung des Betriebs. Und in dieser Zeit hat sich so einiges geändert – vorne im Verkauf und in den Schaufenstern und auch hinten in der angeschlossenen Werkstatt.

Der eigene Laden

Angefangen hat Uhrmachermeister Karl Servatius nach seiner Lehrzeit und Meisterausbildung zuerst in einer kleinen Werkstatt im eigenen Elternhaus. Doch dabei blieb es nicht lange. „Ich wollte schon immer einen eigenen Laden haben“ erzählt der heute 63-Jährige mit einem Leuchten in den Augen. Und dieser Wunsch hat sich schnell erfüllt. Seit 1980 ist „Uhren & Schmuck Servatius“ in guter Lage in der Fußgängerzone der Kurstadt Bad Kissingen ansässig. „An die Sechs-Tage-Woche gewöhnt man sich“, sind sich Karl Servatius und seine Ehefrau Sabine einig, die im Verkaufsraum und Büro den Überblick behält. Der Handwerksbetrieb mit Verkaufsgeschäft ist für sie ein großes Stück Familienleben. Ihre beiden Söhne sind mittendrin groß geworden. Sohn Michael entschied sich nach der Schule ebenfalls für das Uhrmacherhandwerk und wird in naher Zukunft den Betrieb komplett übernehmen.

Immer erfinderisch

Mit der Zeit gehen und sich verschiedensten Entwicklungen und Kundenwünschen kreativ anpassen gehört für Uhrmacher wie die Familie Servatius zum Geschäft. Als Meisterwerkstatt setzten sie unterschiedlichste individuelle Kundenwünsche um – vom Batteriewechsel bis hin zur Aufbereitung und Reparatur antiker Schmuckstücke. Die Beratung vor Ort ist ihnen ein großes Anliegen, gerade auch in Abgrenzung zum in den letzten Jahren stark gewachsenen Konkurrenten Online-Shopping. So ist der Verkauf zwar zurückgegangen, aber Reparaturen und Restaurierungen sowie individuelle Anfertigungen sind mehr und mehr gefragt. Zum Service gehört dazu, Ersatzteile aus seltenen Materialien selbst herzustellen. Und das passiert in der Werkstatt mit viel Tüftler-Sinn und Leidenschaft.

Einsatz für Andere

In der unterfränkischen Uhrmacher-Innung war Karl Servatius von Anfang an mit seinem Betrieb dabei. „Der fachliche Austausch mit Kollegen ist unglaublich gewinnbringend“, so der Uhrmacher. Und auch Michael Servatius ist neben dem Betrieb vielseitig fürs Handwerk im Einsatz, als Prüfer im Gesellenprüfungsausschuss sowie als Dozent in den Kursen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung, dem Meisterkurs der Bayerischen Uhrmachermeisterschule in Würzburg und bei der Weiterbildung zum geprüften Restaurator im Uhrmacherhandwerk. Diese hat er vor einigen Jahren selbst absolviert und sich so ein Spezialgebiet erarbeitet. Die Restaurierung von Uhren, die teilweise weit über 100 Jahre alt sind, lässt sein Uhrmacher-Herz höher schlagen. Bis jetzt war noch keine Restauration zu aufwendig für den 30-Jährigen: „Wenn man solche Schätze wieder zum Leben erwecken kann, ist das ein unglaublich tolles Gefühl.“

www.juwelier-servatius.de